Stadersand

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Wohnschiff "Stadersand"

Geschichte der "Stadersand"

Die "Stadersand" ist eine alte Hafenfähre der stadteigenen Reederei HADAG. Das Schiff wurde 1955 auf der Werft Ottenser Eisenwerke (OEW) gebaut. Ein Betrieb der später von Blohm und Voss geschluckt wurde. Die "Stadersand" ist eines von ca. 20 sogenannten "Typschiffen". In den 50erJahre boomte der Hamburger Hafen und tausende von Werftarbeitern mußten vom Ufer der Norderelbe zu den zahlreichen Stückgutterminals und den Werften der Stadt gefahren werden. In dieser Zeit beschloß die HADAG ein großes Neubauprogramm: auf verschiedenen Werften wurden unterschiedlich ausgestattete Schiffe der gleichen Baureihe gebaut, die als Linienschiffe im Hafen verkehrten.
Zu dieser Serie zählt die DES "Stadersand". Die Abkürzung DES steht für "Diesel Elektrisches Schiff" , ein damals revolutionärer Antrieb. Die "Stadersand" ist 27 Meter lang und 7, 86 Meter breit. Sie hat ein Hauptdeck und ein Oberdeck und war damals für 471 Personen zugelassen.
Die Mannschaft bestand aus einem Schiffsführer, einem Decksmann und einem Maschinisten.

Die "Stadersand" hat leider keine berühmte Geschichte: anders als ihre Schwesternschiffe "Reeperbahn", "St. Pauli" oder "Kleiner Michel" hatte sie keine Stammbesatzung und keinen klangvollen Namen: "Stadersand" ist der Anleger an der Mündung der Schwinge, die von Stade kommend in die Elbe fließt. Da die HADAG auch dorthin gefahren ist, wurde eines ihrer Schiffe nach diesem Anleger benannt.

In den achtziger Jahren kam das Ende der alten Hafenfähren: Die Boomzeiten im Hafen waren vorbei, der Container hatte die Warenwelt erobert, es gab deutlich weniger Hafenarbeiter und auch auf den Werften standen die Kräne still. In dieser Zeit transportieren die alten HADAG Fähren manchmal nur noch drei bis sechs Personen von den Landungsbrücken nach Neuhof.

Für diese Transportzahlen waren der Personalaufwand (drei Mann Besatzung) und die Betriebskosten der alten Fähren zu hoch. Sie wurden Stück für Stück ausgemustert, verschrottet oder verkauft. Da die alten Rümpfe noch aus deutschen Schiffbaustahl gebaut und die Rümpfe sogar genietet wurden, galten sie unter Schiffbaukennern als äußerst solide und waren im Ausland sehr beliebt. Die Typschiffe wurde z.B. nach Israel, Südamerika, die Kanaren und nach Portugal verkauft. Allein die Portugiesen nahmen vier bis sechs alte Hamburger Hafenfähren ab, die teilweise noch heute auf dem Tejo bei Lissabon fahren. Die HADAG Fähre "Harburg" fuhr z.B. als Whalewatching Schiff von Teneriffa aus aufs Meer.

Die "Stadersand" blieb in Hamburg: sie fristete als Büro- und Lagerschiff im Kohlenschiffhafen ein trauriges Dasein. Ende der achtziger Jahre wurde die Hauptmaschine ausgebaut. Sie wurde als Ersatz für die HADAG Fähre "Reeperbahn" gebraucht. 1990 lag sie als ausgeschlachtetes Schiff in "Schnalles Hafen" am Heizkraftwerk Wedel.

In dieser Zeit entdeckte der Journalist und Musiker Werner Pfeifer das ausgemusterte Schiff. "Sie lag da wie eine verwitterte Fähre auf dem Nil", erinnert sich Pfeifer, der die "Stadersand" nach einem Urlaub in Ägypten zu einem Schrottpreis kaufte. Das Schiff war rostig, die Bullaugen waren weg, die Beschläge der Türen abmontiert, das riesige Steuerrad verschwunden, der leere Maschinenraum war voller Müll.
Mit guten Freunden, viel Mut und Enthusiasmus ging es ans Werk: zunächst mußte in die Werft der Rumpf zu inspiziert werden. Ein Gutachter stellte ein erstes sogenanntes "Schwimmfähigkeitattest" aus, das seitdem regelmäßig verlängert wird. Um keine Leckstellen unter Wasser zu riskieren, wurden der Propeller demontiert und die Stopfbuchse sowie die Seekästen zugeschweißt. Unterhalb der Wasserlinie hat die "Stadersand" keine Öffnungen oder Ventile mehr, die z.B. bei Eis zufrieren oder kaputtgehen könnten.

schleppWeiter ging es mit dem Entrosten und Malen des Aufbaus und mit dem Innenausbau. Nach knapp zwei Jahren war die "Stadersand" als Wohnschiff perfekt mit Badezimmer, Kaminofen, Küche und Zentralheizung. In den ersten Jahren gab es sogar ein beheiztes Wasserbett.

Seit dem ersten Umbau zu einem Wohnschiff gab es mehrere Überholungen. Zuletzt wurde die "Stadersand" im April 2011 auf der Behrens Werft in Finkenwerder komplett neu gestrichen und instandgesetzt. Eine Klimaanlage wurde eingebaut, die Küche erweitert und die Sanitäranlagen erneuert. Jetzt bietet die Firma "Pfeifer-Boote" die ehemalige Hafenfähre für private Veranstaltungen oder für temporäre Vermietungen an.
Die "Stadersand" bleibt das Herzstück der Steganlage der Firma "Pfeifer-Boote". Am Nordsteg gibt es ein weiteres Wohnschiff, die "Claerchen". An den anderen Stegen liegen private Segel- und Motorboote.

Wenn Sie mehr über die Geschichte der alten HADAG-Fähren erfahren wollen: www.elbdampfer-hamburg.de

Die Firma "Pfeifer-Boote" ist ein Gewerbebetrieb und hat sich auf die Vermietung von Liegern und Schiffen, sowie den Verkauf von Neubooten spezialisiert. Die Anlage der Firma liegt im Harburger Binnenhafen an der Süderelbe. Es ist der einzige Dockhafen Hamburgs. Durch die Schleuse gibt es keine Tidenströmung und der Wasserstand bleibt immer gleich.

Der Harburger Binnenhafen mit der Schloßinsel ist für die Stadtplaner im Bezirk Harburg das zur Zeit aktuellste und wichtigste Projekt. Seit Januar 2011 ist der Bezirk für das Hafengebiet zuständig. Hier soll ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Büros und Gewerbe entstehen.
Der Binnenhafen ist zudem der Schlußpunkt für den "Sprung über die Elbe", d.h. die forcierte Entwicklung des Hamburger Südens. Im Rahmen der IBA 2013 wird auf der Schloßinsel ein IBA Park entstehen.

Der Eigner der "Stadersand" ist zugleich in Harburg als Musiker bekannt. Für seine Debut-CD "kleiner ozean" erhielt Werner Pfeifer den Harburger Musikpreis 2011. Die Lieder und Balladen aus dem Harburger Binnenhafen sind auf der "Stadersand" entstanden.